Dezentrale Objektversorgung: Was genau heißt das eigentlich?
11. Januar 2017
In 3 Tagen kann man die Welt nicht verändern, aber nachhaltig verbessern
25. Januar 2017

Spannender Einblick in die Praxis

Im Gespräch mit…

Gnann, Alexander skaliert Geschäftsführer der aluta Wärmetechnik GmbH (Berlin), Dipl.-Wirt.-Ing. Alexander Gnann

Die aluta Wärmetechnik GmbH (Berlin) ist langjähriges Mitglied im VfW. In einem Gespräch mit Geschäftsführer Dipl.-Wirt.-Ing. Alexander Gnann wollen wir die Praxiserfahrung des Contractors, seine Anregungen, Ziele und Wünsche für den Markt herausstellen.

Welche Dienstleistungen bietet die aluta Wärmetechnik GmbH für Contractoren?

Wir bieten das Komplettpaket von der ingenieurtechnischen Planung, der Realisierung der Anlagen bis zum Betrieb und zur Effizienzkontrolle. Dabei setzen wir konventionelle Technik an, wie auch rationale und regenerative Energieerzeugung.

Welche Erfahrung hat die aluta Wärmetechnik GmbH im Contractinggeschäft?

Wir bieten selbst Contracting an und haben Mitarbeiter, die seit zwanzig Jahren im Contractinggeschäft tätig sind. Die VfW-Landesgruppe Berlin/Brandenburg wurde lange Zeit durch mich geleitet. Wir sind regelmäßige Teilnehmer der VfW Jahrestagung und ich habe bei den VfW Seminaren mehrere Jahre lang den Teil betriebswirtschaftliche Grundlagen als Referent abgedeckt.

Was ist der Anreiz, für Contractoren tätig zu sein?

Das Schöne ist, es hier mit Profis zu tun zu haben, mit denen wir auch in regelmäßigen Arbeitsbeziehungen stehen.

Was hebt die aluta Wärmetechnik GmbH von anderen Anbietern ab?

Die Angebotspalette von Heizungsbauunternehmen ist sehr unterschiedlich, so dass diese Unternehmen schlecht verglichen werden können. Viele bieten z.B. auch Sanitär an oder sogar Tiefbauarbeiten. Die Unternehmen haben sich auch auf Themenbereiche spezialisiert. Für die Contractoren sind unsere Kernkompetenzen Heizungsanlagenbau, Brennerservice sowie Energieeffizienz wichtig.

Auf welche rechtlichen und technischen Hürden stoßen Sie in der Praxis bei der Zusammenarbeit mit Contractoren?

Eine der rechtlichen Hürden ist die Vorschrift der Warmmietenneutralität. Dies ist allerdings eher eine Hürde Contractor-Kunde, als eine Hürde zwischen der aluta und dem Contractor. Technische Hürden habe ich noch nicht erlebt. Die Frage ist also eher theoretischer Natur. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass die gewünschte regenerative Technik von der Einbringung her unmöglich ist oder von der Leistung her für das Objekt nicht ausreicht.

015skaliert

Foto: VfW

Können Sie uns einen typischen Projektablauf schildern? Worauf sollte speziell geachtet werden?

In den meisten Fällen erhalten wir die Anfrage des Contractors, der unser Angebot als Kalkulationsgrundlage benötigt, d.h. es existiert noch kein Contractingvertrag. In dieser Phase sollte man eine Kostenschätzung abgeben. Bei späterer Auftragserteilung wirken sich geringfügige Abweichungen von der Kostenschätzung so gut wie nicht auf den Wärmepreis aus. Beim konkreten Angebot ist die Dimensionierung der neuen Heizstation von großer Bedeutung, weil dies unmittelbaren Einfluss auf den Wirkungsgrad hat. Hierfür ist es notwendig, alle Komponenten zu analysieren, z.B. auch speziell die Warmwasserbereitung, das Sekundärsystem und dessen Optimierung sollte einbezogen werden. Auch die Analyse der Heizkostenabrechnung der letzten Jahre lässt gute Schlüsse auf die Dimensionierung der Heizstationen zu. Allgemein wird weiterhin zu vorsichtig, d.h. zu groß, dimensioniert. Die Unterversorgung eines Objektes habe ich in den letzten zwanzig Jahren nicht erlebt.

Gibt es eine besondere Anekdote aus Ihrer Zusammenarbeit mit Contractoren?

Einer unserer Kunden hatte sich in einem Berliner Altenheim viele Jahre mit dem Betrieb herumgeplagt und es war immer wieder zur Unterversorgung der Liegenschaft gekommen. Schließlich wurden wir aufgefordert, ein Angebot zum Neubau der Heizstation abzugeben. Unser technischer Geschäftsführer hat daraufhin den Bestand besichtigt und auf den ersten Blick festgestellt, dass die Warmwasserleitung zu klein dimensioniert war. Eine einfache Vergrößerung der Leitung hat das Problem behoben.

Welches ist das Projekt, das Ihnen zuerst einfällt, wenn Sie an Contracting denken?

Da fallen mir gleich mehrere Projekte ein:

  1. Die Betriebsführung und Instandsetzung für einen großen städtischen Contractor

  2. Bau eines der größten BHKWs in der Weißen Stadt.

  3. Bau der größten Berliner Holzhackschnitzel Anlage

Im November 2016 erhielt die aluta Wärmetechnik GmbH im November den „Preis der Deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2016“ . (Anm. d. Redaktion)

Der Preis in der Kategorie „Effiziente Energiekonzepte“ wurde aluta für ein gemeinsam mit einem Ingenieurbüro entwickeltes Anlagenkonzept verliehen. Der Energieverbrauch wurde hier nachhaltig gesenkt. Das gesamte Anlagenkonzept ermöglichte eine Einsparung von über 30%.

Was wünschen Sie sich von der Contractingbranche?

Einen stärkeren Beitrag zu den Themen Smart Home und Smart Grid.

Der VfW e.V. bedankt sich bei Herrn Alexander Gnann für die Interviewbereitschaft, beim gesamten Team der aluta Wärmetechnik GmbH für die längjährige gute Zusammenarbeit und der zur Verfügungstellung der aktuellen Wartungsverträge „Gasbrennwert“ sowie „Ölfeuerungs- und Tankanlagen“.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.