Machbarkeit: 100 Prozent Erneuerbare Wärme für ein urbanes Quartier?
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Quartierskonzepte – Wärmenetze für das Gelingen der Wärmewende

Am 12.06.2017 haben wir in dem Beitrag „Machbarkeit: 100 Prozent Erneuerbare Wärme für urbanes Quartier?“ über die Umsetzbarkeit von Wärmenetzprojekten im Quartier in Deutschland berichtet. Als erfolgreiches Beispiel wurde das Quartier „Glindkoppel/Wunder´sche Koppel“ vom VfW-Partnerunternehmen Treurat und Partner Unternehmensberatungsges. mbH, Kiel in Person von RA Gerrit Müller-Rüster, vorgestellt.

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RA Gerrit Müller-Rüster als Referent zum Thema „Praktische Umsetzung von Wärmenetzen“ im Vortragsprogramm der VfW-Jahrestagung 2017 in Magdeburg

In dieser Fortsetzung wollen wir auf die technischen Details eingehen, die das Projekt hervorgerufen hat:

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Es wurden vier unterschiedliche technische Wärmeerzeugungsmodelle formuliert, welche in dieser Studie hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Wärmepreis und die Reduktion von CO2-Emissionen untersucht wurden. Die technischen Wärmeerzeugungsmodelle unterscheiden sich hinsichtlich der Anteile erneuerbarer Energien im Erzeugungsmix.

Es hat sich gezeigt, dass unter den getroffenen Annahmen die Erzeugung der Wärme für das Wärmenetz über einen Erdgaskessel (85 Prozent) in Kombination mit Biogaswärme (15 Prozent)  – hier in dieser Studie „Modell I“ – derzeit zu den geringsten Kosten für die Anschlussnehmer führen würde. Dieses von fossiler Wärmeerzeugung geprägte Modell diente ausschließlich zu Vergleichszwecken. In dieser Studie wurde die zu diesem Modell konkurrenzfähigste regenerative Wärmeversorgung detailliert untersucht.

Das konkurrenzfähigste Modell II ist ein Wärmeerzeugungsmodell, bei dem Biogas-Wärme, eine Solarthermieanlage ausgelegt an der Sommerlast des Wärmenetzes, ein Holzhackschnitzelkessel und ein Erdgasspitzenlastkessel eingesetzt werden. In diesem Modell müssen die Anschlussnehmer lediglich 1,8 Prozent höhere Wärmekosten gegenüber dem nahezu ausschließlich fossil betriebenen Wärmenetz (Modell I) in Kauf nehmen.

Jahresverlauf der Wärmerzeugung

Abbildung: Jahresverlauf der Wärmerzeugung – Modell II

Bewertet man dieses Ergebnis unter ökologischen Gesichtspunkten anhand des CO2 – Ausstoßes der Wärmeerzeugung, zeigt sich, dass durch die regenerative Wärmeversorgung 89,6 Prozent des Gesamt – CO2 – Ausstoßes gegenüber der hauptsächlich fossilen Wärmeerzeugung vermieden werden können.

Neben der erneuerbaren Wärmevorgabe sollte auch eine größtmögliche Akzeptanz im Quartier Glindskoppel / Wunder´sche Koppel für ein neu zu errichtendes Wärmenetz geschaffen werden. Dafür ist das gesamte Quartier mit einem Wärmenetz überplant worden. Die im Rahmen dieser Studie erstellten Businesspläne basieren auf der Annahme, dass 70 Prozent der möglichen Anschlussnehmer dieses Wärmenetzes an die gemeinschaftliche Wärmeversorgung angeschlossen werden. Die technische Auslegung des Wärmenetzes und der Wärmeerzeugung berücksichtigt eine Vollversorgung des Quartiers.

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Nähere Informationen zur Machbarkeitsstudie erhalten Sie hier.

Wir danken der Treurat und Partner Unternehmensberatungsges. mbH (Partnerunternehmen des VfW) für die Unterstützung bei der Erstellung des Beitrages und die Bereitstellung des Bildmaterials.

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